Famicom - AV-Mod

Bevor Ihr weiterlest, beachtet bitte unseren Disclaimer. Die hier gezeigten Anleitungen erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Wir übernehmen keinerlei Haftung für Schäden an Mensch oder Gerät, bei Verwendung unserer Tutorials. Ihr handelt eigenverantwortlich!

 

 

Das Famicom, die japanische Version des NES, kam im Gegensatz zu seinen westlichen Brüdern nur mit einem RF-Ausgang daher. Wenn man überhaupt auf einem europäischen TV ein Bild erhält, dann ein äußerst schlechtes. Wer die Kosten einer RGB-Platine scheut, kann das Famicom relativ leicht zumindest mit einem Composite-Ausgang versehen.

Der Umbau an sich ist nicht schwer und orientiert sich an folgendem Tutorial von Kong. Problematisch ist im Fall des Famicoms jedoch das Phänomen der sog. Jailbars (vertikale Linien im Bild). Wer nach dem Umbau mit dem Bild unzufrieden ist, der kann im Anschluss dem zweiten Teil unserer Beschreibung folgen von denen wir hier gelesen haben. Es gibt auf der genannten Seite noch weiterführende Maßnahmen zur Abminderung/Beseitigung der Jailbars, die wir jedoch nicht versucht haben.

 

Skill-Level: 3-4

- Einfache Lötarbeiten

- Erstellen einer kleinen Schaltung

- Auslöten des alten Transistors und von Pin 21 im zweiten Teil etwas schwieriger.

 

Materialien und Werkzeuge:

- Transistor 2N 3906

- 100 Ohm Widerstand

- 330 Ohm Widerstand

- 220 uF Elektrolyt-Kondensator (ELKO), ggf. zwei davon, wenn man einen in die Audio-Leitung löten möchte

- 1000 uF Elektrolyt-Kondensator (ELKO)

- Etwas Lochraster

- Zwei Cinch-Einbau-Buchsen*

- Lötausrüstung

- Bohrer zum Setzen Anschlüsse

- Kabel

* Denkbar ist auch wie unten beschrieben der Einbau einer 3-poligen Klinkenbuchse und Bau eines entsprechenden Kabels.

 

Erster Teil

Nach dem Entfernen der Schrauben auf der Unterseite sehen wir schon die Platine vor uns. Auf dem Bild sind die Lötstellen farblich markiert.

 

Das Audio-Kabel kann direkt an den Mittelteil einer Cinch-Buchse gelötet werden (die Abschirmung muß mit Ground verbunden werden). Es empfiehlt sich noch einen 220 uF Kondensator einzulöten, wobei der Minus-Pol zum Cinch-Anschluss zeigt (nicht eingezeichnet, weil optional). Das Videosignal muß jedoch eine kleine Verstärkerschaltung nach folgendem Schema durchlaufen. Beachtet bitte, dass sich die Größe der Widerstände und des Kondensators zwischen 5v und Gnd je nach Quelle im Internet z.T. erheblich unterscheiden. Dies ist nur eine Variation.

 

Die Angaben dazu wo sich am Transistor Basis, Emitter und Collector befinden, lässt sich dem Datenblatt entnehmen. Im Falle des hier verwendeten 2N3906 wäre dies von links nach rechts: E, B, C, wenn man von vorn auf die flache Seite mit der Beschriftung schaut. Verlötet sieht die kleine Schaltung dann so aus:

 

Die größte Schwierigkeit besteht eigentlich im Anbringen der Cinch-Buchsen, für die es auf der Rückseite nur minimal Platz gibt.

 

Durch die leicht abgeschrägte Gehäuse-Rückseite sitzen die Buchsen leider auch nicht 100% gerade. Wer im zweiten Teil den RF-Ausgang deaktiviert, dem gefällt vielleicht folgender Ansatz: Man kann gleich das gesamte RF-Modul ausbauen und das Loch auf der Rückseite für eine dreipolige Klinkenbuchse nutzen. Dort lassen sich dann Video, Audio und Ground an einen einzigen Anschluss anbringen. Allerdings muss man sich dann noch ein passendes Kabel fertigen.

 

Zweiter Teil:

Wen die Jailbars im Composite-Bild stören, der kann auf folgende Weise versuchen, diese zu reduzieren. Dazu müssen wir zuerst die Platine aus dem Gehäuse nehmen und den Transistor Q1 auslöten. Danach Pin 21 der PPU und diesen auf der Oberseite der Platine nach oben biegen. Eine Entlötpumpe ist hier sehr hilfreich.

 

Anstatt von der Unterseite, wie im oberen Schema gezeigt, entnehmen wir das Video-Signal also nun vom hochgebogenen Pin 21, der nicht mehr mit der Platine verbunden und damit weniger Störquellen ausgesetzt ist. Ansonsten bleibt alles wie oben im ersten Teil beschrieben.

 

Das Foto ist leider etwas unglücklich geraten. Das Kabel ist natürlich nicht an den Widerstand gelötet, sondern an den hochgebogenen Pin, auch wenn es aufgrund der Perspektive etwas schwer zu erkennen ist.